BLUTEGEL

Kleiner Wurm mit großer Wirkung

Dr. Christian Angermair

praktiziert gerade eine Blutegel-Therapie in der Ortophädischen Praxis im Ärztehause an der Rosenstraße in Gilching

Jetzt erzähle ich Euch eine Geschichte über einen Wurm, der keine Lust mehr hatte, in einem Glas sein restliches Leben zu verbringen. Und dies kann immerhin bis zu 30 Jahren dauern. So alt nämlich wird ein richtiger Blutegel. Igittigitt, wird jetzt mancher von Euch schreien und davon laufen. Keine Angst. Blutegel sind völlig harmlos. Ganz im Gegenteil. Sie helfen sogar dabei, Menschen gesund oder etwas gesünder zu machen. Ihr glaubt es nicht? Dann geht mal zu einem guten Arzt und fragt nach. Er wird Euch erzählen, dass bereits vor über 2500 Jahre im alten Griechenland die heilsame Wirkung der kleinen Tiere bekannt war. Wie das funktioniert? Hungrige Egel saugen sich am Menschen fest, zum Beispiel am Knie oder am Rücken, um etwas Blut zu trinken. Das tut fast gar nicht weh. Beim Saugen spucken sie dann etwas Speichel in die kleine Biss-Wunde. Im Speichel wiederum soll etwas drinnen sein, das zur Heilung bei vielen Krankheiten beiträgt. Unter anderem bei Arthrose, die vielen Menschen große Probleme bereitet.
Nun zurück zu unserem Blutegel, der sich auf die Flucht machte. Er saß in einem Glas auf dem Tisch von netten Sprechstundenhilfen in einer Ortophädischen Praxis in Gilching. Felix nannte ihn Dr. Christian Angermair. Ihm gehörte der Wurm, und er schaute auch täglich nach, ob es ihm in seiner runden Glasvilla gut geht. Felix hätte nie arbeiten müssen, aber das wußte er ja nicht. Eines Nachts dachte sich Felix, ich will mir mal die große weite Welt anschauen. Er hatte nämlich von einem Tümpel in der Nähe gehört, wo noch viele andere Egel wohnten. Und da entwickelte er tierische Kräfte, hob den für einen Egel sehr schweren Glasdeckel an und kroch unter ihm durch in die Freiheit. Ja, ob er im Tümpel wirklich angekommen ist, weiß niemand. Vielleicht seht Ihr ihn ja mal, dann grüßt ihn ganz herzlich.
Polly Polster