Waldemar Bonsels

Wo die Biene Maja herkommt

von Astrid Amelungsen-Kurth

Wisst ihr, dass die Biene Maja von einem Autor erfunden wurde, der am Starnberger See lebte? Genau gesagt in Ambach und wenn ihr mal am Ostufer des Sees spazieren geht, dann achtet auf ein wunderschönes geschnitztes und bunt bemaltes Gartentor, das in einen großen Garten führt. Es fällt jedem Spaziergänger auf ….
Das Gartentor zur Villa, die unter Denkmalschutz steht.

Hier lebte Waldemar Bonsels. Der Erfinder der Biene Maja war 31 Jahre alt als er das Buch geschrieben hat. Damals hatte er schon einiges veröffentlicht und auch weite Reisen hinter sich, sogar nach Indien. Aber die Schule hatte er nicht fertig gemacht. Waldemar Bonsels lebte mit seiner zweiten Frau Elise Ostermeyer und dem gemeinsamen Sohn Nils im Haus seines Freundes Bernd Isemann in Schleißheim. Das Haus lag nahe am Wald und hatte einen schönen Garten und Bernd Isemann hielt Bienen. Klar, dass man an einem solchen Ort auf die Idee kommt, ein Tiermärchen zu schreiben. Waldemar Bonsels fand, dass solche Geschichten „gedanken- und gefühlsreich“ sein müssen und er wollte beweisen, dass ein Romanheld nicht unbedingt ein Mensch sein muss. Nachdem er das Buch fertig geschrieben hatte, schickte er es seiner ersten Frau, die es den gemeinsamen Kindern vorlas. Weil alle die Geschichte gut fanden, ermunterten sie den Autor Waldemar Bonsels, das Buch doch drucken zu lassen, damit es auch andere Kinder lesen konnten. Gesagt getan. Ein Verlag war recht schnell gefunden. Das Buch wurde dann ein Bestseller und lag 25 Jahre lang auf Platz vier der meistverkauften Bücher. Bis 1954 wurden über eine Million Bücher verkauft. Aber erst mit der Zeichentrickserie - die übrigens nicht die erste Verfilmung war, es gab schon eine in den 1920er Jahren - eroberte die Biene Maja die Welt und wurde in über 100 Sprachen übersetzt.

1918 hat sich Waldemar Bonsels das Haus in Ambach gekauft und er starb auch hier am 31. Juli 1952. Seine Urne wurde im Garten des Hauses beigesetzt. Am 31. Juli 1977, dem 25. Todestag Bonsels, hat Rose-Marie Bonsels die Waldemar-Bonsels-Stiftung errichtet, die sich zur Aufgabe gemacht hat, das literarischen Erbe Waldemar Bonsels´ zu bewahren. Sein umfangreicher literarischer Nachlass wird im Literaturarchiv der Monacensia in München verwahrt. Diverse graphische Werke, also die Zeichnungen, sind als Dauerleihgabe der Waldemar-Bonsels-Stiftung im Studiensaal der Graphiksammlung des Münchner Stadtmuseums öffentlich zugänglich. Weil Waldemar Bonsels auch mit Nationalsozialisten befreundet war, wirft dies einen Schatten auf den Schriftsteller, der viele Bücher veröffentlich hat, die damals sehr beliebt waren und heute vergessen sind und die Forscher streiten sich immer noch, ob Bonsels ein überzeugter Nationalsozialist gewesen ist oder ein Mitläufer gewesen ist. Astrid Amelungsen-Kurth