MARIONETTENTHEATER

„Für mich gehört der Kasperl Larifari an den Starnberger See“, fand Arnulf Gnam, der ein großer Fan von Graf Franz Graf von Pocci war. Für dessen Stück ließ der Privatmann Marionetten-Figuren anfertigen ließ und sammelte diese auch. Im Jahr 1985 schenkte er seine Sammlung der Stadt Starnberg. Rund 300 Figuren waren es, alles Marionetten, mit denen man Pocci-Kasperlstücke spielen konnte. Jetzt hatte die Stadt Starnberg zwar einen Haufen Marionettenfiguren, aber noch lange kein Theater und es dauerte nochmal ein Jahr bis ein Raum gefunden wurde. Und zwar in der alten Volkshochschule in der Bahnhofstraße, in der ursprünglich einmal das Gymnasium untergebracht war. In diesem Gebäude ist ein schöner Raum mit einer Bühne. Sogar mit einem schweren Samtvorhang, er erst für eine richtige Theateratmosphäre sorgt. Als nächstes wurden Spieler gesucht, die die Puppen zum Leben erwecken konnten. Weil es gar nicht so einfach ist, den Puppen das Laufen beizubringen, ohne dass sie kraftlos in sich zusammensacken, war auch klar, dass die Spieler bereit sein mussten, sich von Profis ausbilden zu lassen. Die neue Theatergruppe probte dann als erstes das Stück „Das tapfere Schneiderlein“ für die Eröffnung des Starnberger Marionettentheaters, das inzwischen 30 Jahre alt ist und jedes Jahr aufs Neue Jung und Alt begeistert. Über 1.000 Besucher kommen jede Saison. Allerdings wird jeweils nur um die Weihnachtszeit bis Ende Januar gespielt. Im Anschluss wird das neue Stück vorbereitet.
Astrid Amelungse-Kurth